Gedanken, Skizzen, Geschwafel...

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  • Hallo Zukunfts-Ich Tim...


    Ach was weiß ich wer das hier irgendwann mal ließt, beziehungsweise ob es überhaupt irgendwann mal jemand ließt.


    Ich weiß nicht welchen Wochentag, welche Uhrzeit, ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal welchen Monat wir haben. Was ich allerdings weiß - es regnet! Ständig!


    Und bevor ich hier in den Wahnsinn verfalle schreibe ich doch lieber ein paar Worte auf um mir irgendwie die Zeit zu vertreiben.


    Fakt ist - was eigentlich als eine, zweiwöchige Reise zu einem Survival-Camp gedacht war entpuppte sich am Ende als absoluter Alptraum. Irgendwelche Verrückten (inzwischen habe ich gelernt, dass es sich wohl um irgendeine Art Infektion handeln muss) unser Camp "überrannt" haben. Das ging alles ziemlich schnell. Geschrei, Getrampel und Gewusel und das erste was ich tat war - Beine in die Hand nehmen! Als ich zurück kam um mal bei den anderen nachzufragen was da eigentlich los war lief es mir eiskalt den Rücken runter. Das Camp war leer.

    Nach einiger Zeit gab es dann doch ein Licht am Ende des Horizont. Peter, der rasende Reporter vom Fernsehen und Alissa, die Praktikantin des Veranstalters (Keine Ahnung was Sie auf dem Survival-Trip zu suchen hatte, wäre in einem Luxus-Resort auf jeden Fall weniger Fehl am Platz gewesen) tauchten plötzlich vor mir auf. Doch natürlich hatten auch die beiden keinen blassen Schimmer was passiert war, geschweige denn wo die Anderen Teilnehmer des "Trips" waren.


    Geil oder? Ich sitze in einem Land fest, dessen Sprache und Buchstaben ich nicht verstehen kann, mit einem Reporter und einer hilflosen Studentin.


    Wir zogen also los um irgendjemanden zu finden, den wir fragen könnten wo der nächste Flughafen ist um hier raus zu kommen. Heute frage ich mich: Wie zur Hölle hätten wir jemanden nach dem Weg gefragt, der absolut nicht unsere Sprache spricht. Und mit Englisch kommt man hier glaube ich auch nicht sehr weit.


    Naja kam ja ohnehin anders...


    In irgendeinem heruntergekommenen Dorf taumelte tatsächlich ein vermeintlich betrunkener Einheimischer rum (später stellte sich heraus, dass es einer dieser "Infizierten" war). Nachdem wir ihn angesprochen hatten ging er auf uns los und versuchte uns zu kratzen und zu beißen.

    Peter fing an auf ihn einzuschlagen und im Affekt tat ich es ihm gleich. Der Betrunkene/Infizierte fiel um. ich glaube er war tot.


    Hilfe von den Einheimischen können wir wohl vergessen!


    Wir drei sind also weiter gewandert (was blieb uns auch anderes übrig). Plötzlich empfing ich einen Funkspruch auf ein Walkie Talkie dass ich gefunden hatte. Ich reichte es an Peter weiter, der sich einige Zeit mit einer Frau und einem Typen unterhielt ehe die Verbindung abriss.


    Super! Wir sind nicht die Einzigen!


    Kurz darauf trafen wir dann tatsächlich jemanden "lebendigen". Irgendein Farmer mit Maschinenpistole (seltsame Kombi oder?) lief uns über dern Weg. Er schwafelte etwas von Samen und Gemüse und dass er sein Pferd laufen ließ. Außerdem schien er die beiden zu kennen mit denen wir zuvor über das Walkie Talkie Kontakt herstellen konnten.


    Die Welt ist eben ein Dorf!


    Er wollte uns irgendwo hin führen. Zu irgendeiner Gruppe. Ehrlich gesagt hab ich ihm nicht wirklich zugehört. Ich hab mich der Mehrheit angeschlossen und bin einfach mit gegangen. Gab ja nichts mehr zu verlieren. Wir marschierten über Straßen, Wege, durch Felder und Wälder. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit!

    Plötzlich kamen uns zwei Leute entgegen. Eine Frau und ein Mann. Beide bis an die Zähne bewaffnet und mit affigen Tarnklamotten wirkten sie wie Soldaten diese Freaks, die auch am Survival-Camp teilgenommen hatten.


    Es waren Lea und Rafael (die beiden vom Walkie Talkie)


    Nach einem kurzen Gespräch gingen wir mit den beiden in die nächste "Stadt" (eigentlich war es mehr ein Dorf) und verbrachten die Nacht in einem heruntergekommen Haus.


    Als ich aufwachte war plötzlich nur noch Peter da. Die Anderen? Wie vom Erdboden verschluckt! Tolle Freunde!


    Peter erzählte mir von einer Antenne, einer riesigen Funkantenne. In der Hoffnung irgendwie Kontakt aufnehmen und dieses gottverdammte Loch endlich verlassen zu können gingen wir dort hin. Doch die einzigen die wir erreichten waren mal wieder Lea und Rafael. Na super!

    Einige Zeit später tauchten sie dann auch bei uns auf, zusammen mit einem dritten im Bunde. Dima.

    Alles war ziemlich hektisch. Angeblich nutzen irgendwelche Leute unser Funksignal um uns zu orten und zu töten oder sowas in der Art. Es hieß also Rennen! So ganz verstanden hab ich das ja nicht aber irgendwie hat man schon ein bisschen echte Angst in ihren Augen gesehn. Vor allem diese Lea scheint ziemlich viel davon gehabt zu haben.


    Wir rannten und rannten!


    Irgendwann waren wir dann an dem Ort angekommen, den Lea liebevoll "Zuhause" nennt. Ne alte Baustelle. Ein gemütliches Zuhause sieht anders aus, aber hier ist ja sowieso alles alles andere als normal.


    Zwischenzeitlich lernten wir noch "Grey" kennen - Ihren Oberboss. Keine Ahnung was ich von ihm halten soll. Im einen Moment gibt er den fürsorglichen Papa und im nächsten tickt er aus. Vermutlich ist er nicht mehr als krimineller Abschaum der die Gunst der Stunde genutzt hat. Was soll's. Ich muss mich ja nicht ständig mit ihm abgeben.

    Peter ist mir an sich eigentlich ganz sympathisch. Ich hab nur das Gefühl, dass er zu gutgläubig ist und die ganze Situation zu wenig hinterfragt. Er ordnet sich viel lieber unter und macht ganz brav das was dieser Grey ihm sagt.

    Lea ist von allen Menschen die ich bis jetzt kennen gelernt hab am sympathischsten. Sie scheint echt verängstigt zu sein, kann das aber gut unter ihrer, mit albernen Tarnklamotten behangenen Fassade verbergen.

    Über die anderen, also Dima und Rafael hab ich mir noch nicht wirklich viele Gedanken gemacht. Sie sind halt da irgendwie. Obwohl... dieser Rafael ist jetzt schon seit Tagen weg. Naja was soll's.


    Heute habe ich es trotz des Regens gewagt einen kleinen Spaziergang in's nächste Dorf anzustellen. Neben ein paar Vorräten für die Gruppe hab ich auch eine kleine Pistole samt passenden Magazinen und Munition gefunden. Wenn der Regen nachlässt werde ich mich mal mit ein paar Konserven in den Wald verkrümeln und die Pistole mal ausprobieren. Ich bin zwar nicht heiß darauf wie dieser Rambo von Grey, wild um mich schießend durch die Welt zu spazieren und alle nieder zu mähen (egal ob infiziert oder nicht) was sich mir in den Weg stellt. Aber wenn hier schon jeder mit einer scharfen Waffe rum rennt, will ich wenigstens dazu gehören...

  • Hallo da bin ich wieder...


    Es gab Steak! Verdammt nochmal STEAK!!!


    Zwar ohne Marinade und sonstige Gewürze aber es war lecker.


    Ich sollte von vorne anfangen....


    Wir waren uns gerade am unterhalten als Peter plötzlich erzählte er hätte ein "Geschrei" gehört. Plötzlich herrschte ziemliches Gewusel. Rafael und Lea waren auf dem Dach des Rohbaus, Peter und Grey waren verschwunden. Sie gingen dem "Schrei" entgegen. Nach einiger Zeit sah ich vom Kran aus dass Peter zusammen mit Rafael unter der Mauer hindurch krochen und in Richtung Fabrik gingen. Ich stieg also so schnell es ging die Kran-Leiter hinab und versuchte zu den beiden aufzuschließen.


    Lange Rede kurzer Sinn...


    Das Geschrei (hörte sich an wie ein wilder Hund) entpuppte sich als Reh. Nein als Reh-Herde.

    Nun gut. Lea schmiedete einen Plan. Irgendwas mit Umlaufen und Locken. Hat am Ende nicht ganz so funktioniert.


    Dennoch sind wir mit reichlich Fleisch zurück zur Baustelle gekehrt.


    Nach dem Essen wollte ich eigentlich einen kurzen Spaziergang machen und bei Gelegenheit meine neue Pistolen testen. Die Anderen wollten allerdings ins nächste Dorf um eine Axt und Vorräte zu suchen.


    Hätte ich gewusst was dort passiert wäre ich nicht mit gekommen!


    Im Dorf angekommen startete plötzlich eine "Säuberung". Rafael und Peter (er wird mir immer suspekter) rannten auf einen Infizierten zu und fingen ohne mit der Wimper zu zucken an auf ihn einzuhacken. Nachdem sie Ihr Werk vollbracht hatten fielen noch Bemerkungen wie "schau wie sein Arm das hängt" oder "Ich hätte ihn direkt am Kopf treffen müssen". Widerlich!!!


    Dieser Rafael verlangte dann allen Ernstes von mir, dass ich den "Nächsten übernehme". Vergiss es!


    Ich verstehe dass diese Infizierten alles andere als ungefährlich sind, aber ich werde sicherlich nicht mordend durch die Dörfer ziehen und sie "säubern". Es sind verdammt nochmal Menschen die Ihr tötet!!!


    In Lea hatte ich eigentlich die meiste Hoffnung gesteckt, dass Sie noch einen Hauch Vernunft in sich trägt. Doch auch Sie wollte mir verdeutlichen dass es angeblich unausweichlich sei zu töten.


    Absoluter Schwachsinn!


    Als ich heute morgen in dem Dorf, in dem ich die Pistole gefunden hatte war, liefen mir auch ein paar dieser Infizierten über den Weg. Doch seltsamerweise musste ich mein Messer nicht einmal aus dem Rucksack nehmen.


    Es sind einfach Menschen, die sehr leicht reizbar sind. Keine Ahnung was diese "Wutanfälle" auslöst. Aber egal ob es nun Lärm, Licht oder sonst was ist. Solange ich Abstand halte und sie nicht provoziere kann ich jedem Konflikt aus dem Weg gehen.


    Um mich, nach dem Gespräch mit Lea noch ein wenig abzureagieren bin ich noch ein paar Schritte gelaufen. Ich habe eine leere Wasserflasche auf einen Stein gestellt, bin ca. 5 - 6 Meter nach hinten gegangen und hab ein paar Kugeln mit der kleinen Pistole abgefeuert. Der Rückstoß hat es ganz schön in sich, aber man gewöhnt sich nach ein paar Schüssen daran. Am Ende konnte ich sogar zwei Treffer landen...

  • Da bin ich wieder...


    So langsam wird das hier zu einer Gewohnheit... fühlt sich irgendwie seltsam an... wie ein Selbstgespräch...

    Nur ohne Gespräch... Man könnte sagen ich bin mein eigener Brieffreund... Nur dass ich mir nicht selbst antworte...


    Als ich heute aufgewacht bin, war die Baustelle wie leer gefegt. Keine Spur von Lea, Peter, Grey, Dima, Rafael und dem Alten, dessen Name mir schon wieder entfallen ist.

    Ich fasste den Entschluss diesen ruhigen Moment für einen kleinen Spaziergang zu nutzen.

    Als ich letztens mein kleines Schießtraining veranstaltet hatte, habe ich einen Wanderpfad gefunden. Diesen Pfad bin ich also entlang gegangen. Er führte zuerst in einem Bogen um die Baustelle herum direkt zum nächstgelegenen Dorf.

    Nachdem ich zwei Häuser nach Vorräten durchsucht hatte wurde allerdings einer dieser Infizierten auf mich aufmerksam. Ich weiß nicht warum. Vielleicht war es das laute knarren der Tür, oder ich bin ihm einfach nur zu nah gekommen. Ich rannte! Rannte einfach weg von ihm (Zum Glück ist die Schwellung in meinem Knie so weit zurück gegangen, dass ich schmerzfrei rennen kann). Nach 300 oder 400 Metern schien ich ihn abgehängt zu haben, doch sicherheitshalber rannte ich noch weiter. Bis zum nächsten Weg.


    Während ich durch die Wälder wanderte (übrigens ist die Gegend hier zum Wandern echt malerisch) fand ich einiges an Obst. Vorwiegend Äpfel und Birnen. Für das leibliche Wohl sollte für die nächsten Tage also gesorgt sein.


    Ich machte mir viele Gedanken während ich so meines Weges ging. Viele Fragen. Wie ist die Situation zuhause? Vermisst, oder sucht mich gar jemand? Ich habe niemandem von der Reise erzählt. Lediglich eine Abwesenheitsmeldung habe ich in meinem Mail-Programm eingerichtet "Ich bin in der Zeit vom 10. bis 24. August nicht zu erreichen!". Ich halte mich eben gerne kurz.

    Doch zu den Fragen kamen auch einige Antworten. Die Zivilisation in diesem Land ist komplett zusammengebrochen, davon konnte ich mich bei meinem Spaziergang eindeutig überzeugen. Vermutlich haben Lea, Grey und die Anderen Recht wenn sie sagen, dass ich hier nicht mehr raus kommen werde. Ich muss mich mit der Situation arrangieren. Aber muss ich deswegen gleich zum kaltblütigen Mörder werden? Ich denke nicht!


    Nach einiger Zeit wurde ein weiterer dieser Infizierten auf mich aufmerksam. Und wieder rannte ich. Zuerst eine asphaltierte Straße hinauf, dann bog ich nach rechts auf einen Wald- beziehungsweise Feldweg ab. Es ging steil bergauf, bis der Weg schließlich an einer Art Sendemast (Ich schätze Mobilfunk) endete.

    Da die Sonne bereits ziemlich tief über dem Horizont stand, beschloss ich die Nacht in einem Schuppen zu verbringen, der auf dem eingezäunten Gelände des Sendemast stand. Ich verschloss die Türen und verbarrikadierte sie notdürftig mit Gerümpel, welches ich in der Scheune fand.


    Vor dem Schlafen gehen, beziehungsweise bevor ich angefangen habe hier wieder meinem besten Brieffreund zu schreiben, habe ich das Gewehr, dass ich vor ein paar Tagen gefunden habe etwas genauer unter die Lupe genommen. Nachdem ich heraus gefunden habe wie ich die Waffe zum Laden "öffnen" (Man entsperrt sie und knickt dann den Lauf nach vorne) kann muss ich wohl versehentlich einen falschen Hebel betätigt haben. Plötzlich lag das komplette Gewehr zerlegt vor mir.

    Ich sammelte alle Einzelteile ein und versuchte das Gewehr wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu bekommen. "Der Bolzen muss in den hinteren Teil", "So rum passt es nicht", "Ach verdammt, hier liegt noch ein Teil, dass ich wohl vergessen habe".

    Ich war schon immer ein Tüftler (Lego hat ja auch meine Kindheit bestimmt).


    Nach einigen gescheiterten Anläufen habe ich es tatsächlich geschafft wieder alle Teile so zusammen zu setzen, dass ich die Waffe wieder zum Laden aufknicken kann und auch der Bolzen zuschlägt, wenn ich den Abzug betätige. Gott sei dank!


    Vielleicht werde ich das ganze Außeinander- und wieder Zusammenbauen bei geeigneten Lichtverhältnissen wiederholen und mich auch mit der Technik meiner Pistole vertraut machen (Ich vertraue "Werkzeugen" einfach mehr wenn ich die Technik dahinter verstehe).


    Verdammt ich hab meine Regenjacke auf der Baustelle vergessen...



    C H E C K L I S T E


    • Regenjacke suchen !

    • Waffen inspizieren und verstehen !

  • Neuer Tag, neues Glück...


    Heute morgen war ich früh auf den Beinen. Die Sonne stieg gerade über dem Horizont auf, als ich mich auf den Weg machte. Die, in das rot/orange des Sonnenaufgangs getränkte Landschaft hatte fast schon was paradiesisches.


    Die Flucht vor den Infizierten hat mir scheinbar jeglichen Orientierungssinn geraubt. Man könnte sagen, ich sehe vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Buchstäblich!

    Dennoch machte ich mich auf den Weg. Ich versuchte so gut es ging auf den deklarierten Wanderwegen zu bleiben (in der Hoffnung so größeren Ansammlungen Infizierter aus dem Weg zu gehen).

    Nach einiger Zeit führte mich einer dieser Wege in ein kleines Dorf. Dort sah ich zwar einige Infizierte, doch Ihre Anzahl war überschaubar. Ich beschloss also die Häuser nach Vorräten zu durchsuchen.


    Aber hier laufen die Dinge nie so wie man denkt...


    Hinter einer Tür wartete schon ein Infizierter auf mich. Unsere Blicke trafen sich unmittelbar nachdem ich die Tür geöffnet hatte. Mein Herz hat mindestens 6 Schläge ausgesetzt und ich begann wieder zu rennen! Ich rannte bis meine Beine schlapp machten. Bis zu einer einsamen Jagdhütte.


    Könnte das mein neues "Zuhause" sein?


    Die Jagdhütte erstreckt sich über zwei Etagen. Es gibt ein bequemes Bett (sieht noch relativ neu aus), einen Kamin (der Schornstein scheint auch noch frei zu sein), einen Lagerraum und einen kleinen Schuppen. Und vor allem - KEINE INFIZIERTEN!!!


    Ich werde auf jeden Fall den Tag über damit zubringen die kaputten Fenster mit Stoffresten zu behängen und ein kleines Feuer im Kamin machen.


    Auf meinem Weg habe ich auf jeden Fall genügend Vorräte gefunden um hier ein paar Tage verweilen zu können.


    Nach dem Mittagessen habe ich mich auch kurz mit meiner Pistole beschäftigt. Ich entfernte das Magazin und zog den Schlitten nach hinten um die Kugel aus der Kammer zu werfen (das sind ja Dinge, die uns in jedem Hollywood-Film vorgemacht werden). Doch wie zur Hölle kann ich sie demontieren?


    Nun gut... darauf muss ich mich dann morgen konzentrieren...


    Bei der näheren Betrachtung ist mir jedoch aufgefallen, dass die Seriennummer wohl von der Waffe geschliffen wurde, außerdem ist etwas in kyrillischen Buchstaben auf die Griffschalen graviert. Wem die Pistole wohl mal gehört hat? Und was derjenige damit angestellt hat? Ich glaube ich will es gar nicht wissen.


    Die Demontage und Montage des Gewehrs hat heute schon etwas besser funktioniert als gestern. So langsam wird mir klar wofür die einzelnen Teile gut sind...



    C H E C K L I S T E


    • Regenjacke suchen !

    • Waffen inspizieren und verstehen !

    • Stoffe suchen um die übrigen Fenster zu behängen !

  • Verdammte Scheiße... Ich hatte keine Wahl...


    Als ich heute die übrigen Fenster mit Stoff behangen habe, hörte ich plötzlich einen Schuss. Es klang als käme er von relativ nah.

    Ich weiß nicht was mich dazu bewegt hat. Aber ich fing an in Richtung des Schusses zu laufen. Vermutlich einfach in der Hoffnung auf Hilfe.

    Es fielen noch zwei weitere Schüsse, bis ich an der Quelle ankam.


    Überraschungen stehen hier wohl an der Tagesordnung...


    Plötzlich stand Lea vor mir. Sie sagte sie hätte nach mir gesucht und dass sie gerne nach Ka... Kabno... Kabaniijo oder so wollte. Ich erklärte ihr, dass ich mich verlaufen hatte, als ich vor diesen Infizierten geflüchtet bin...


    Infizierte...


    Später am Tag fing es zu regnen an. In der Ferne sah ich ein Silo und einige Häuser. Dort angekommen, beschlossen wir ein Feuer zu machen. Als ich Richtung Wald ging um Feuerholz zu besorgen fiel mich plötzlich eine infizierte Frau an. Ich rannte (wie ich es immer tat), doch auf dem glitschigen Laub verlor ich den Halt und rutschte aus. Ich zog das Messer aus meiner Hosentasche und bevor die Frau mich verletzen konnte habe ich zugestochen.

    In diesem Moment als das Messer ihre Brust durchbohrte kreuzten sich unsere Blicke. Und in diesem Moment glaubte ich etwas in diesen blutunterlaufen Augen zu erkennen. Es fühlte sich an als würde in diesem Körper ein Mensch gefangen sein. Ein Mensch der erleichtert ist, dass diese Qual nun endlich vorbei ist. Es war ein seltsames Gefühl...


    Inzwischen sind wir zurück an der Baustelle...


    Diese Gedanken und dieses Bild vor meinen Augen lassen mich nicht los. Als diese Frau mich im Wald verfolgte stoppte sie für einen kurzen Moment und sah mich einfach nur an. Es kam mir vor als würde irgendetwas, nein als würde irgendwer gegen diese Aggression ankämpfen.

    Doch wer war der Mensch in diesem Körper. War es eine Mutter? Eine Ehefrau? War jemand auf der Suche nach ihr?

    Auf den ersten Blick scheinen alle Infizierten gleich zu sein. Leere Hüllen, die scheinbar ohne jegliches Ziel umher trotten. Doch was verbirgt sich hinter diesen Schalen. Bekommen die Menschen davon irgendetwas mit? Sind sie Beifahrer in ihrem eigenen Körper?


    An einer anderen Ortschaft ist mir ein alter Mann aufgefallen, der auf der Stelle stand und scheinbar in's Leere starrte.

    Ich habe schon alte Menschen erlebt, die im Krieg gekämpft haben, die ihre Angehörigen schon längst verloren hatten. Diese Menschen sagen oft, dass sie schon alles erlebt haben und einfach keine Lust mehr haben. Sie warten einfach nur noch auf ihr Ende. Genau dieses Denken hat der Alte Mann auch ausgestrahlt. Vielleicht sind die Infizierten auch einfach nur auf der Suche nach Erlösung. Vielleicht tun wir ihnen einen Gefallen damit sie zu töten.

    Ich weiß nicht mehr an was ich glauben soll. Vielleicht hab ich Recht mit meinen Einschätzungen, doch vielleicht ist das auch einfach nur ein Streich, den mir mein Unterbewusstsein spielt um mit der Situation besser zurecht zu kommen.


    Ich habe einen Menschen getötet! Das ist Fakt!


    Und es spielt keine Rolle ob ich ihr damit nun einen Gefallen getan habe oder nicht...

  • Wäre ich gefangen im einem Körper, gefangen in MEINEM Körper, was wäre mein Wunsch?

    Der Tod?


    Was wenn die Infektion tatsächlich nur den Körper übernimmt und uns zum Zuschauer macht? Zum Zuschauer aus der ersten Reihe!

    Spüren wir trotzdem den Schmerz jeder einzelnen Verletzung?

    Hat sie es gespürt, als mein Messer sich in ihre Brust bohrte?

    Ich hörte wie ihre Rippen brachen und die Luft aus der durchbohrten Lunge entwich. Doch was ich in ihren Augen sah, passte nicht zu dieser Situation.

    Erleichterung! Befreiung! Dankbarkeit!


    Ich sitze nun schon den ganzen Tag in der Kanzel des Krans und kann über nicht's anderes mehr nachdenken. Die Anderen sind los gezogen und haben mich mit diesem Raffael allein gelassen. Denken Sie ich sei eine Gefahr? Bin ich nun, da ich diese Schwelle überschritten habe plötzlich gefährlich? Hassen sie mich?

    Ich weiß es nicht!


    In der Ferne wandern vereinzelt Infizierte vorbei. Ich nutze das Fernrohr, dass ich gestern zusammen mit Lea in diesem verlassenen Militär-Camp gefunden habe, um sie zu beobachten.


    Sie verhalten sich willkürlich und dennoch sehr ähnlich. Sie scheinen kein festes Ziel zu haben. Sie gehen einige Schritte nach vorne und drehen dann urplötzlich um. Einige male habe ich beobachtet wie sie kurz stoppten und inne hielten. Es wirkte als wären sie für einen kurzen Monent zu sich gekommen und fragten sich, wo sie sind. So wie die Frau gestern stoppte und mich anstarrte. Es schien als wolle sie etwas sagen. Doch bevor sie einen Ton raus bekam stürmte sie, wie ein wildes Tier auf mich zu.


    Ich muss daran denken wie Lea von ihrem Mann erzählt hat. Wie sie ihn eingeschlossen hat, bis er verhungerte.

    Sie sagt er sei am Ende nicht mehr ihr Mann gewesen, doch ich glaube, dass er noch irgendwo da drin war. Spürte er den Hunger? Die Schmerzen, als es zu Ende ging?


    War er erleichtert?


    Lea sagt sie würde es sich wünschen getötet zu werden, würde sie sich infizieren.

    Ich muss ihr zustimmen. Es wäre auch mein Wunsch!


    Aber wer gibt uns das Recht zu richten? Zu richten über MENSCHEN, die keinerlei Möglichkeiten mehr haben ihre Wünsche zu äußern?


    Richtig! NIEMAND!!!

  • Na super! Lea hat sich aus dem Staub gemacht und nur einen Zettel hinterlassen, mit Dingen, die wir besorgen sollen.

    Munition, Nahrung, irgendwelche Heilkräuter und medizinisches Zeug.


    Als ich den Zettel fand waren die Anderen schon weg, beziehungsweise Peter lag da wie ein Häufchen Elend mit seiner Grippe.


    Ich hab eine kleinere Tour gemacht und ein paar Dinge gefunden, die womöglich nützlich sein könnten.

    Einen Mundschutz, ein paar Kugeln Munition und ein paar medizinische Sachen. Lea wird das ganze aussortieren können wenn falls sie zurück kommt.


    Naja... als ich von meiner Tour zurück kam war Peter auf den Beinen, aber so sonderlich fit hat er nicht gewirkt. Inzwischen hat er sich auch schon wieder hingelegt.


    Jetzt sitze ich hier... ganz allein... auf einer verdammten Baustelle!


    Scheiß drauf... ich muss hier raus... raus aus dieser Baustelle... Nein! Raus aus diesem verdammten Land!

  • Was hab ich mir nur dabei gedacht als ich den Zettel hinterlassen und die Anderen verlassen habe? Ich habe auf meinem kurzen Weg schnell gemerkt, dass diese Welt, diese Zivilisation ausgestorben ist. Jedes Haus, welches ich nach Vorräten durchsucht habe erzählte seine eigene, grausame Geschichte. Blutlachen auf dem Boden, blutige Handabdrücke auf den Fenstern und tiefe Kratzspuren im Holz der Türen, waren das was von den letzten Stunden unzähliger Familien zeugte.

    Seit Wochen sitzen wir nun hier fest und die Zahl derer, die nicht von der Infektion gepackt wurden, lässt sich an einer Hand aufzeigen. Alissa, Peter, Lea, Raffael, Dima, Grey und Alexej (Okay an zwei Händen).


    Als ich gestern zum Lager zurück kehrte stand die Welt kopf, und sie tut es immer noch. Dima wurde angeschossen!

    Und sein Zustand? Äußerst kritisch.

    Lea tut was sie kann um ihn wieder auf die Beine zu bekommen. Grey, Peter und Ich versuchen ihr all das zu besorgen, was sie braucht um ihn wieder fit zu bekommen. Bis lang mit mäßigem Erfolg.


    Grey hat uns außerdem in seiner Gruppe aufgenommen, doch dass ist nur eine Randnotiz, wenn man bedenkt was im Moment alles auf dem Spiel steht.

    Dennoch muss ich sagen, dass ich mich vielleicht in ihm gettäuscht habe. Auf jeden Fall bin ich ihm dankbar dafür, dass er den Zettel hat verschwinden lassen ohne den anderen etwas zu erzählen.


    Ich hoffe dass Dima so schnell wie möglich wieder auf den Beinen ist. Wer weiß was das sonst mit Lea anstellt. Sie schläft nicht und man merkt ihr an wie sehr ihr das alles auf ihr Gemüt schlägt.

    Die letzte Nacht habe ich ein Auge auf Dima geworfen, damit sie wenigstens ein bisschen schläft. Die Zeit habe ich genutzt um weiter an der Waffe zu üben. Das Zerlegen und wieder zusammensetzen funktioniert inzwischen schon fast blind. Das reinigen sollte mit dem passenden Werkzeug ein Klacks sein.

    Vielleicht ist das meim Beitrag, den ich der Gruppe zurück geben kann. Mein Tüftler-Geist und die Fähigkeit Technik zu verstehen.

    Ich denke mit meinem Wissen über Social Media, CPR's, Monetarisierung und Corperate Identites kann ich hier nicht wirklich punkten.


    ...


    Mir stellt sich immer wieder die Frage - wie kann es weiter gehen?

    Was sind die Optionen?


    Ehrlich gesagt habe ich keine zufriedenstellende Antwort dafür.


    Andere Überlebende suchen? Die Gruppe vergrößern?

    Klar! Mehr Menschen, bedeutet auch mehr Fertigkeiten. Doch auf der Gegenseite sind es auch mehr Mäuler, die zu stopfen sind.


    Zusammen los ziehen? Einen Weg nach draußen finden?

    Die Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt einen Weg nach draußen gibt ist verschwindend gering. Dafür die sichere Unterkunft aufgeben? Keine Option!


    Drei Dinge stehen jedoch fest...


    - Dima auf die Beine bekommen

    - In der Gruppe sind wir am stärksten

    -Überleben!!!

  • Es wird nicht besser...


    Dimas Status? Schätzungsweise kritisch!

    Zumindest macht Lea den Eindruck als wäre es das.

    Wir finden auf unseren Touren immer wieder neue Medikamente, doch die Menge scheint nicht ausreichend zu sein.


    Als wäre das nicht alles schlimm genug plagen mich weiterhin die Gedanken an die Frau, die ich getötet habe. Wer war sie? Wie war ihr Name?

    Ist das das Leben, das mit bevorsteht? Jeden Tag damit zubringen Essen zu beschaffen? Irgendwie überleben?


    So müssen sich die Menschen in der Steinzeit gefühlt haben.


    Nur dass sie nicht jede Nacht mit der Angst zu Bett gegangen sind, am nächsten als einer dieser Infizierten aufzuwachen. Gefangen im eigenen Körper...